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REGIONALE 11 - THE FOREVER ENDING STORY #012
28. November 2010 bis 2. Januar 2011

the forever ending story zeigt im Ausstellungsraum Klingental im Rahmen eines Basel Research Lab eine Auswahl an nationalen und internationalen Positionen. Die Idee einer »regionalen« Ausstellung wird dabei weniger mit der Auswahl der KünstlerInnen verwirklicht, als durch deren Arbeiten, die sich explizit mit der Region, den spezifischen örtlichen Bedingungen oder dem Ausstellungsraum befassen.

Othmar Farré
*1985 Brig, lebt und arbeitet in Basel und Frankfurt am Main
Im Rahmen der Ausstellung »Basel Research Lab« sind zum ersten Mal Werke von Othmar Farré in seiner Heimatstadt Basel zu sehen. Der Ferraripinsel ist keine Skulptur, sondern ein Pinsel, auf dem man Schlitten fahren kann. Er besitzt eine elektronische Spezialzündung und erzielt auch bei Höchstgeschwindigkeiten relativ gute Treffer. Trotzdem, entschieden ist noch nichts ... Die Defensive ist auch nicht schlecht. Augenzwinkernd betrachtet der Fan die Szenerie.

Rainer Ganahl
*1961 Bludenz, lebt und arbeitet in New York
Die Besucher sind aufgefordert, typische Basler Ausdrücke an die tafelähnliche Wand zu schreiben. In Basel aufgenommene Interviews zum Thema Baslerdütsch komplettieren die Arbeit. Die Erforschung und das Erlernäen von Sprache ist einer der zentralen Punkte im Werk Rainer Ganahls.

Jeremias Hollinger
*1985 Arlesheim, lebt und arbeitet in Basel und Berlin
Der Video-Loop »Obstacle« gründet auf einer prozesshaften Auseinandersetzung mit dem um 1928 von Rudolf Steiner entworfenen Goetheanum in Dornach bei Basel. Mittels einer analogen Mittelformat-Kamera, einer digitalen Video-Kamera und der Performance des Künstlers wird die Wahrnehmung von Architektur hinterfragt und um eine körperliche Komponente erweitert.

San Keller
*1971 Bern, lebt und arbeitet in Zürich
Für sein 'Work in Progress' »Conceptual Weight« bat San Keller die Kuratoren, ihm ein Buch ihrer Wahl zu schicken, welches sie für ihn und seine Arbeit als bereichernd erachten. Die von the forever ending story ausgewählten Bücher sind in der Ausstellung einsehbar und werden nach Ausstellungsende der Hantelbank zugefügt. So füllt sich die Hantel mit der Zeit mit »Gewichten«. Der Künstler bietet dem Besucher eine alternative Möglichkeit, sich (physisch) an Kunsttheorie abzukämpfen.

Oliver Laric
*1981 Innsbruck, lebt und arbeitet in Berlin
Das Video »Versions« reflektiert die Wahrheit von Bildern und erklärt dabei auch seine Arbeit »Maria Justitia«, welche 2009 für eine Ausstellung im Plug.in entstand. Nicht derjenige, der Bilder schafft, erzeugt Wahrheiten oder Geschichten, sondern der, der das Bild sieht und interpretiert. Der Autor bleibt derselbe. Was das Bild aber bedeutet, bestimmt der Betrachter. Durch »Versions« entpuppt sich die Referenz als Referenz zur Referenz - oder eben als neue Version von bereits Bestehendem - und verweist gleichzeitig auf eine Vielzahl von Realitäten. Dies kann im Rahmen dieser Ausstellung als Aufforderung, sich mit den ausgestellten Arbeiten auseinander zu setzen und »Research« zu betreiben, betrachtet werden. Denn wieviel Basel in jeder Arbeit steckt, das bestimmt am Ende der Betrachter.

Nora Rekade
1977, St. Gallen, lebt und arbeitet in Wien
Im Ausstellungsraum Klingental zeigt Nora Rekade einen Ast, wie man ihn sich fürs Wandern zurechtstutzt. Statt jedoch ein leichter, aber stabiler Weggefährte zu sein, ist dieser Stab aus Zement gegossen. Schwer und unbeweglich ist er zu einer Skulptur geworden, die Wünsche, Vorstellungen und Assoziationen von Beweglichkeit, Reisen, aber auch von (Unter-)Stützung in sich konzentriert. Mit »Shorty (Wanna Be A Thug)« betitelt Nora Rekade ihre Arbeit nicht ohne Augenzwinkern. Sie bezieht sich damit auf einen Song der Hiphop Legende Tupac Shakur und auf die Sehnsucht des Kleinen, der ein grosser Gangster sein möchte. Nora Rekades Arbeit provoziert dahingehend, dass der einzige Bezug zu Basel die Produktionsstätte des Werkes ist, der Kunstbetrieb in Münchenstein.

Aaron Ritschard
*1988, Basel, lebt und arbeitet in Basel und Hamburg
Der Salon von Aaron Ritschard besteht aus Leihgaben aus dem Umfeld des Künstlers und untersucht die Beziehung zwischen Mensch und Gegenstand. Die Mehrzahl der ausgestellten Objekte sind Kunstwerke und nehmen als Gebrauchsgegenstände eine körperlich erfahrbare Rolle ein. Der Salon ist ein Raum des Dialogs, wo Gegenstände und Besucher kommunizieren. Er kann über die Dauer der Ausstellung für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden.

Vanessa Safavi
*1980 Lausanne, lebt und arbeitet in Basel und Berlin
In ihren Arbeiten behandelt Vanessa Safavi Themen wie kulturelle Identität und Exotik vor geschichtlichem oder biographischem Hintergrund. In der Ausstellung hat sie eine mehrteilige Installation aus Palmblättern arrangiert, welche in einem subtilen Bezug zur Ausstellungsarchitektur steht. Die Palmblätter erinnern an ein Gefühl des Fremd- und Exotisch-Seins, das der Künstlerin in ihrem Heimatland Schweiz nicht fremd ist.

Rebecca Stephany
*1980, lebt und arbeitet in Amsterdam
In ihrer Arbeit »Same Same But How Different?« untersucht Rebecca Stephany die Wechselwirkung zwischen Bild und Sprache, genauer zwischen der Beschreibung eines Kunstwerks und der bildlichen Vorstellung des Beschriebenen. So liess Stephany anhand einer Werkbeschreibung Modelle ihrer zeitgleichen Ausstellung in Amsterdam von lokalen Kunstinteressierten mit verschiedenen beruflichen und professionellen Hintergründen anfertigen.

Julia Weber
*1983 Arusha, lebt und arbeitet in Biel
Die Schriftstellerin Julia Weber begleitete »the forever ending story« beim Ausstellungsaufbau und verfasste eine literarische Ansammlung an Gedanken und Geschehnissen, die auch als eine Art alternativer Saaltext betrachtet werden kann. Die Besucher sind eingeladen, sich ein eigenes Exemplar zusammenzutragen und zu heften.